Mit ‘Politik’ getaggte Beiträge

Ich verallgemeinere natürlich – natürlich unzulässig und nur für den rhetorischen Effekt. Andererseits: Wenn man sich die Kommentarseiten zur Themenwoche Veganes Leben, die momentan auf Zeit Online läuft, ansieht, kann man schon den Eindruck kriegen, dass der Fleischesser generell mit Schaum vor dem Mund herumläuft wie ein Ochse kurz vor dem Bolzenschussapparat, wenn er das Wort „vegan“ hört.

Schon oft habe ich mich gefragt, warum Fleischesser sich immer so über die Vegetarier und mehr noch die Veganer aufregen müssen. Missionierungszwang wird denen vorgeworfen, dass sie von nichts anderem reden (auch wenn alles, was sie gesagt haben war „Danke, ich esse kein Fleisch“), dass sie sich besser fühlen als die Fleischesser. Nun, ich trau es mich kaum zu sagen, aber ethisch betrachtet sind Veganer nun einmal besser als Fleischesser, das scheint mir auf der Hand zu liegen.

Vorneweg aber erst einmal der Disclaimer: Ich lebe weder vegetarisch noch vegan, noch habe ich vor, das ich näherer Zukunft zu tun. Dennoch erscheint mir eine weitgehend vegetarische Lebensweise ethisch sinnvoll und dass ich nicht so lebe, hat nichts mit der Ethik und nur mit meiner Unzulänglichkeit zu tun.

Es ist doch offensichtlich, dass es ethisch besser ist, kein Fleisch zu essen. Selbst wenn man (wie ich) kein besonderer Tierfan ist und (wie ich) erstmal das Töten eines Tieres zum Verzehr an sich nicht als problematisch sieht (machen Raubtiere ja schließlich auch), sind doch die Bedingungen der Massentierhaltung, in der der Großteil des Fleisches erzeugt wird, ethisch nicht zu rechtfertigen. Das betrifft nicht nur den Tierschutz, sondern auch die ausbeuterischen Bedingungen, unter denen viele Angestellte in der fleischverarbeitenden Industrie arbeiten müssen.

Nun könnte man diesem etischen Dilemma durch den Verzehr von Fleisch aus ökologischer Haltung entkommen. Das ist im Prinzip schon mal gut, ob man damit aber dem System Schlachthof entkommen kann, weiß ich nicht.

Ethisch fragwürdig ist Fleischverzehr weiterhin, wenn man die Auswirkugen auf die Umwelt betrachtet. Erhöhter Ressourcenverbrauch, erhöhte Produktion von Treibhausgasen, Nutzung von Agarflächen für Weideland etc – jeder der es wissen will, kann nachlesen, dass die Fleischproduktion für die Umwelt und für die Ressourcengerechtigkeit global sehr problematisch ist.

Letztlich ist Fleischkonsum, so wie er heute für den Durchschnittsdeutschen üblich ist, auch klar ungesund. Wenn man also durch den Verzehr von ethisch fragwürdig erzeugten Nahrungsmitteln sich selbst auch noch kränker macht, als das nötig wäre, dann kann das die ethische Endbilanz nicht positiv sein.

Wie sieht es nun mit den Veganern aus, quasi den Luxusvegetarieern? Sind die ethisch noch besser, wo doch Vegetarier schon kein Tier töten. Ja, klar, auch das liegt auf der Hand: Solange zum Beispiel in der Gefügelproduktion die männlichen Kühen schlicht weggeworfen werden, weil die keine Eier legen, macht sich, wer Eier kauft, ethisch schuldig. Durch überlegten Einkauf kann man solche Probleme vielleicht minimieren, ob man sie ausschalten kann, darüber weiß ich nicht genug.

Also: Ethisch betrachtet SIND Vegetarier und erst recht Veganer die besseren Menschen. Und ich glaube, genau das ist der Grund, warum Fleischesser so ein Problem mit ihnen haben. Auf deren ethischer Habenseite bleibt nicht viel: „Ich esse Fleisch, weil es schmeckt“. Nun ja, das mag sein, ist aber keine ETHISCHE Kategorie. „Ich esse Fleisch, weil es für den Menschen normal ist“. Das leuchtet mir eher ein, aber Normalität zu definieren, ist ethisch auch schwierig. Schließlich gibt es Gesellschaften, die völlig normal vegetarisch leben – und die gesundheitlich nicht mehr Probleme haben als wir, vielleicht eher weniger.

Und deswegen, glaube ich, fühlen sich Fleischesser auf den Schlipps getreten, wenn sie mit Fleischverweigerern konfrontiert werden: weil sie tief innen wissen, dass sie ihrem persönlichen Bedürfnis nach tierischen Produkten den Vorzug geben vor einer ethisch richtigen Entscheidung in Bezug auf die Ernährung.

Und warum esse ich Fleisch, obwohl ich das alles so schön herausgefunden habe? Na, mir geht’s wie den meisten: Faulheit und Feigheit! Ich bin zu faul, den Kampf mit meiner Familie auszufechten, die Fleischgerichte liebt. Ich mag gelegentlich ein Stück Fleisch. Ich kann den Geschmack von Soja-Milch nicht ausstehen.
Aber immerhin: Ich habe meinen Fleischkonsum stark reduziert und gehöre jetzt zur Sonntagsbraten-Fraktion. Ich esse Fleisch nur noch, wenn ich wirklich Fleisch will und nicht, weil ich etwas Biss in meine Sauce haben möchte.  Ich versuche, tierische Produkte aus ökologischer Produktion zu kaufen. Ich akzeptiere, dass die Geflügelproduktion ethisch nicht zu retten ist und kaufe kein Geflügel mehr (Eier aber schon, der Widerspruch ist anerkannt). Und wenn jemand vegetarisch oder vegan lebt, finde ich das gut! Und während eine veganes Leben für mich so schwer wäre, dass die Faulheit klar überwiegt (sagte ich schon, dass ich Soja-Milch hasse!!), ist doch ein fleischreduziertes Leben so leicht, dass es ethisch betrachtet regelrecht eine Dummheit wäre, es nicht zu versuchen.

 

NSU-Prozess: Zum Schimpf noch die Schande

Veröffentlicht: März 27, 2013 in Lehrlauf
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Anhand dessen, was im Vorfeld zum NSU-Prozess im Moment abläuft, möchte man doch verzweifelt den Kopf schütteln!

Zur Erinnerung: Für den Prozess wurden 50 Journalisten akkreditiert, ihnen also ein fester Platz im Gerichtssaal als Prozessbeobachter zugeteilt. Dabei bei diesem wohl wichtisten und international mit dem größten Interesse verfolgten Prozess sind jetzt Journalisten der wichtigen deutschen regionalen und überregionalen Zeitungen, verschiedene Reporter der ARD aus mehreren der deutschen Rundfunkanstalten, deutsche Fernsehsender – und eine niederländischer Journalist. Ja, richtig gelesen: Der gesamte Rest der Welt ist vertreten durch einen Journalisten aus den Niederlanden! Nun habe ich keinerlei Verdacht, dass der Holländer seine Arbeit nicht hervorragend machen wird, aber dennoch finde ich es im höchsten Maße unglücklich, dass andere ausländische Presseleute, allen voran von türkischen Medien, keinen Platz bekommen haben.

Das Akkreditierungsverfahren sei absolut fair gewesen, „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, so sagt das Gericht und außerdem gehe es rechtlich nicht anders. Klar ist es von äußerster Wichtigkeit, dass bei diesem Prozess alles mit rechten Dingen zugeht, aber etwas anders ginge es schon: Typischerweise werden Journalisten entweder nach der vom Gericht benutzen Verfahrensweise des Müllers zugelassen oder per Losverfahren. Was hätte dagegen gesprochen, aus all den Anmeldungen auszulosen anstatt sich das Geschmäckle zu geben, die Ausländer zu benachteiligen?

Ja, dann hätten sich die Türken hat schneller anmelden müssen, die Regeln waren doch für alle gleich, hört man da die Verteidigung des Gerichts. Sehr aufschlussreich ist da, was der Gerichtsreporter des Bayerischen Rundfunks heute erzählt hat: Ein Kollege, der sich wenige Minuten nach Beginn der Akkreditierung angemeldet hat, landete bereits auf Platz 13 von 50. Vermutlich war also das Kontingent nach wenigen Stunden bereits voll. Selbst Schuld, die Türken, Amis, Briten etc. usw., dass sie in ihrem Ausland nicht rund um die Uhr des Deutschen kundige und akkreditierungsbefugte Leute sitzen haben? So einen Unterton hört man da aus dem Münchner Oberlandesgericht.

Nein, das kann nicht die richtige Vorgehensweise sein, zumal es (so oben zitierter Gerichtsreporter) an deutschen Gerichten durchaus Präzedenzfälle gibt, bei denen für ausländischen Reporter ein Kontingent eingerichtet wurde. Nun kann man angeblich nicht mehr zurück, auch akkreditierte Journalisten können nicht zu Gunsten ausländischer Kollegen verzichten, die Rechtslage! Natürlich ist es nicht Aufgabe eines deutschen Gerichtes, eine Schauprozess für die (internationale) Öffentlichkeit abzuhalten. Mit typisch deutscher Bürokratie und Prinzipienreiterei die offensichtlich schlechteste der möglichen Lösungen zu wählen und damit dem Ruf Deutschlands in der Welt zu schaden sollte seine Aufgabe aber auch nicht sein!

Ich hänge nicht der Verschwörungstheorie an, dass das Gericht absichtlich die Ausländer fern gehalten hat, sondern vermute eher, dass die Richter in ihrem Elfenbeinturm die Tragweite ihres Verhaltens nicht richtig eingeschätzt haben. Aber wie wäre es im umgekehrten Fall: In der Türkei wären Deutsche aus terroristischen Gründen ermordet worden und die Ermittler hätten sich so dumm angestellt, dass man sich fragen müsste, ob Dummheit und Absicht nicht ein Paar Stiefel sind. Und jetzt kämen ins Gericht deutsche und andere ausländische Reporter gar nicht rein, oder müssten auf gut Glück sehen, ob sie einen der wenigen Besucherplätze ergattern könnten. Da wäre was los in der deutschen Öffentlichkeit! Wir wären empört! Zu Recht, wie ich finde – und natürlich ist Empörung und Unverständnis jetzt auch groß.

Auf dem NSU-Prozess lastet ein Schandfleck, noch bevor er begonnen hat.

Liebe CDU/CSU,

Veröffentlicht: März 4, 2013 in Uncategorized
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konservativer leben als ich kann man eigentlich nicht: Ich habe Haus und Auto, zahle brav meine Steuern, bin Beamtin, verdammt noch mal, ich trage zum Kochen sogar eine Schürze! Ich bin verheiratet, habe mehrere Kinder, alle vom selben Mann, alle ehelich gezeugt und geboren, bin mit dem Vater der Kinder auch nach wie vor verheiratet – und trotzdem kapiere ich nicht, warum die Gleichstellung homosexueller Ehepaare meine Ehe irgendwie beeinträchtigen soll.
Gut, ich gehe nicht in die Kirche – vielleicht liegt es daran? Aber Hand auf Herz, liebe CDU/CSU, wer von euch geht denn schon aufrichtigen Herzens in die Kirche? Wer glaubt aufrichtigen Herzen die Glaubensgrundsätze euerer Kirche? Sicher nicht alle, oder? Aber wenn ich mich recht erinnere, schließlich habe auch ich eine oberbayerisch-katholische Erziehung genossen, war da im Neuen Testament was von Liebe und froher Botschaft die Rede. Am Kirchgang kann die Homophobie als auch nicht liegen.
Warum, liebe CDU/CSU löst du dein Problem nicht so: Ehegattensplitting weg, Kindersplitting her, so dass jede Familie mit Kindern Steuererleichterungen bekommt aber kein kinderloses Ehepaar. Dann ginge das Geld dahin, wo es gebraucht wird und du bräuchtest dir keine Gedanken machen wer was wie mit wem treibt.
Für deinen etwas überreizten Nervenzustand wäre das doch genau das Richtige. Und wir anderen hätten endlich unsere Ruhe.
Denk mal darüber nach, liebe CDU/CSU.

Viele Grüße

Deine Christiane

Don’t leave me this way!

Veröffentlicht: Januar 25, 2013 in Uncategorized
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Dear oh dear, he’s said it! For years I was worried he might come out with it, but I’ve kept my eyes closed and my head down, hoping he wouldn’t say anything. But now it’s out in the open, the words are said,  he has committed himself, can’t take it back!
David’s said it: the Brits might leave the EU!

It’s not a secret I am a European, not just geographically but also politically. And I love Britain and the British. And so I would be so, so sad if the Brits decided to get out of the EU. I would feel rejected by someone really cool I wanted to be friends with.

So  I am about so write something that I NEVER EVER thought I would write:
Please, dear Brits: join the recent love-in between the Bildzeitung and the Sun where both papers have expressed their appreciation for the other country and stay in the EU.You can keep your money and your border controls and your privatised railways (in fact, please do keep those!!) and you can have cucumbers as crooked as you like, but please let’s stay friends.

Pretty please…

Pretty pretty please…

Is it working? No? Well now – wait till I tell the Scots!!

PS: And yes, I do have to say things about the politics of this, but that will have to wait for another day 😉

Notizen zu einem Vortrag von Uwe Kekeritz, MdB (Die Grünen), den im am 24.1.2013 im JCT-Gymnasium in Lauf besucht habe. Ich schreibe hier aus dem Gedächtnis, es kann also sein, dass ich etwas vergessen habe.

Entwicklungshilfe vs. Entwicklungszusammenarbeit

Kekeritz sieht einen Unterschied zwischen Entwicklungshilfe, wie sie bis vor ca 10 Jahren praktiziert wurde, und Entwicklungszusammenarbeit, wie sie heute mehr und mehr praktiziert wird.

  • Entwicklungshilfe: Der reiche Westen ist der Geber, der anschafft, wo es hingeht. Die Entwicklungsländer sind die demütigen Hilfeeempfänger, die über sich bestimmen lassen müssen.
  • Entwicklungszusammenarbeit: Reiche und arme Länder stehen sich gleichberechtigt gegenüber und verhandeln auf Augenhöhe Verträge zum wirtschaftlichen Austausch, die beiden Parteien nutzen. ENtwicklungsländer haben Würde, Selbstbewusstsein und Rohstoffe, die auf dem Markt gehandelt werden können.

Kekeritz sieht ein großen Problem darin, dass der Westen (ich verwende diesen Ausdruck hier Kurzform für die reichen Länder ) unaufrichtig handelt. Zum einen sei man gegen Kinderarbeit, Armut und Ausbeutung, zum anderen zwinge er die armen Ländern zu unfairem Handel. Als Beispiel dafür nennt der den Handel mit Hähnchenfleisch:

Das Hähnchenproblem:

  • Deutsche essen in erster Linie Hähnchenbrust. Bis ca 1995 wurde der Rest von Hähnchen oft schlicht weggeworfen. Dann kam man auf die Idee, die Hähnchenreste nach Afrika zu exportieren, da dort auch andere Hähnchenteile gerne gegessen werden. Das war zu Dumpingpreisen möglich, da die Hähnchenproduktion in Europa hoch subventioniert ist und ein geringer Preis für die Hähnchenteile für den deutschen Produzenten immer noch besser war als kein Erlös, wenn die Reste entsorgt werden.
  • Der billige Export zerstört die Hähnchenproduktion in Afrika (Ghana wird als Beispiel genannt). Die ghanaische Regierung nutzt das Welthandelsabkommen, das ihr erlaubt, Einführzölle von 90% zu verlangen, damit die Importware teuer und die heimische Produktion geschützt wird.
  • Kurze Freude in Ghana, bis die WTO (World Trade Organisation) und die Weltbank vorstellig werden und vorrechnen, dass die Kredite an Ghana gekündigt werden könnten und Ghana sofort zurückzahlen müsse. Falls Ghana allerdings die Schutzzölle wieder sein lasse, dann könne man über die  Kredite noch mal reden. Ghana rechnet sich  aus, dass es billiger ist, die heimische Hähnchenproduktion zerstören zu lassen, dafür aber die Kredite nicht zurückzahlen zu müssen. Ähnliche Geschichten lassen sich über Milchpulver aus deutscher Produktion erzählen.
  • Kurz und gut: WTO und Weltbank, die Organisationen, die eigentlich für bessere Marktchancen für Entwicklungsländer sorgen sollten, vertreten einseitig die Interessen des Westens.

Probleme beim Status Quo

  • Resultat solcher Praktiken ist, dass heute 48 Länder dauerhaft auf Nahrungshilfe angewiesen sind. 1960 konnte jedes Land der Erde sich selbst ernähren (gelegentliche und zeitlich und regional begrenzte  Hungersnöte wurden dabei als normal angesehen). Der Hunger in der Welt hat sich also vergrößert, nicht verkleinert.
  • Kekeritz ist auch skeptisch, was die teilweise positiven Nachrichten über die Erfüllung der Millenium Development Goals angeht: Auf dem Papier sehe manches gut aus, die Zahlen seien aber oft massiert: So ist die Einschulungsquote von Kinder stark angestiegen, das bedeute jedoch nicht, dass die Kinder nach der Einschulung die Schule tatsächlich auch besuchen oder gar eine richtige Ausbildung erhalten.
  • Besonders die deutsche Regierung stellt sich zu oft auf die Seite der deutschen Wirtschaft und torpediert internationale Bemühungen zu mehr Transparenz im Handel. Wenn die Geschäftszahlen und Geschäftsbewegungen aber veröffentlicht würden, würde Korruption erschwert, da auch in Entwicklungsländern jeder nachvollziehen könnte, welche Wege das Geld nimmt. Sind Firmen nicht transparent, fördert das die Möglichkeit zur Korruption (man kann ja mal schnell bestechen, um einen lukrativen Vertrag zu bekommen, das merkt ja keiner), deren Bekämpfung eigentlich ein vordringliches Ziel des Westens sein sollte.
  • Entwickungshilfe ist zu einem Business geworden. Nach Katastrophen konkurrieren NGOs aus verschiedenen Ländern um Projekte und Aufträge – oft zum Nachteil der Menschen, denen eigentlich geholfen werden sollte. Letzlich gehe es auch hier um Arbeitsplätze für Entwicklungshelfer, die geschützt werden müssten.

Lösungsansätze

Kekeritz nennt einige Ansätze, wie mehr internationale Gerechtigkeit erreicht werden könne:

  • Jeder solle Fair Trade Produkte kaufen wo möglich. Bei Kleidung sei das Angebot noch sehr gering, Sensibilität bei diesem Thema sei notwendig. Oft sei der Ankauf in Second Hand läden eine gute, ökologische Alternative.
  • Man solle regional kaufen wo möglich, damit sowohl in Entwicklungsländer als auch im Westen regionale Wirtschaftkreisläufe in Gang kommen bzw. erhalten werden.
  • Man solle auch im Großen auf faire Beschaffung achten, zum Beispiel bei Einfuhr von Holz oder Steinen. Im Moment gebe es zwar noch viel Missbrauch, zum Beispiel bei Siegeln für Steine, die Kinderarbeit freie Produkte versprechen, diese Standards aber nicht wirklich einhalten. Dennoch sei ein solcher Zertifizierungsprozess ein notwendiger erster Schritt, um eine Sensibilisierung für solche Themen und eine Nachvollziehbarkeit der Produktionskette erst zu erreichen.

Mein Resumee

Kekeritz‘ Argumentation ist entgegengesetzt zu der, die fordert „den armen Menschen dort doch endlich durch Spenden zu helfen“ und basiert auf der Annahme, dass die Entwicklungsländer für sich selbst sorgen können, sobald sie faire Bedingungen vorfinden. Ich habe mich mit dieser Frage beschäftigt, aber nur so weit, wie ich mich aus der Presse informieren konnte. Wenn ich also von meinem Kenntnisstand ausgehe, würde ich Kekeritz zustimmen. Konsequenz ist dann, dass ich diejenigen unterstützen muss, die sich für einen wirklich gerechten Welthandel einsetzen.

Wie ich das im Großen tun kann, weiß ich noch nicht, da muss ich erst noch recherchieren. Wen wählen, wem mein Geld geben, wem es entziehen?

Im Kleinen muss ich noch mehr auf Fair Trade Produkte achten. Bei Nahrungsmitteln ist das kein so großes Problem, da ich nur wenige Produkte aus Entwicklungsländern regelmäßig kaufe. Trotzdem hier mal vergewissern, was alles woher kommt!

Eine ganz andere Geschichte ist der Ankauf von Kleidung! Ich kaufe gelegentlich second hand, nähe einiges selbst, aber der Großteil meiner Kleidung kommt – natürlich- aus China, Bangladesh, Indien etc. Ich weiß,  dass ich beim Tragen solcher Kleidung kein gutes Gewissen haben kann, (siehe hier und tausende weitere Artikel),  und trotzdem tue ich es. Wenn ich mit mir und meinen gefühlten moralischen Standards ehrlich sein möchte, dann muss ich hier etwas ändern. Eigentlich weiß ich auch schon, was: Weniger Kleidung kaufen, diese bewusster kaufen. Weniger Schuhe – Zalando ade!
Bin selbst schon gespannt, ob und wie der Einsicht auch das Handeln folgt…

Revolution

Veröffentlicht: Januar 24, 2013 in Idle speech
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It’s quite rare that a piece of music stops me in my tracks, makes my heart skip a beat, grabs me and holds me by the throat – not because I don’t believe in the power of music but because I rarely have the time and piece of mind to listen properly.
But this morning I was grabbed unaware while washing up by this wonderful song by the equally wonderful  singer Tracy Chapman. I remember when it came out in 1988 when I was in my final year at school: as a teenager of course I was all for the revolution and poor people rising up. So today it struck me as quite sad that Tracy`s words have as much (maybe even more?) relevance today than they had 25 years ago.

What do you think? Will the tables start to turn?

Servicewüste Deutschland? Kundenwüste Deutschland!

Veröffentlicht: Dezember 2, 2012 in Lehrlauf
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OMG!!! O-M-G!!! Wenn es Großbuchstaben nicht gäbe, müsste man sie hierfür geradezu erfinden!

Geh ich doch letzthin in ein Geschäft eines bekannten mittelfränkischen Sportartikelherstellers auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk. Schon am Eingang werde ich freundlich aber unaufdringlich vom Personal begrüßt. Ich leicht verwirrt.

Dann fragt mich wer, ob er helfen kann. Ich werde schon etwas nervös.

Als ich Pullover angucke, kommt ein junger Mann und fragt, ob ich alle Größen finde, ob er mir was bringen kann oder sonst irgenwie helfen. Ich, schon etwas defensiv, murmle was von wegen passt schon, komme zurecht in mich hinein (obwohl ich eigentlich eine andere Größe gebraucht hätte, aber da kann man sich jetzt keine Blöße geben!!).

Nach einer Weile kommt ein Kollege freundlich lächelnd, fragt, ob ich schon was gefunden habe – ich gebe auf!!! Kleinlaut und rückwärts verlasse ich das Geschäft, ohne Geschenk.

Ich glaube, für richtigen Service hab ich gar nicht die Nerven! Ich geh ins Kaufhaus, da ignoriert einen das Personal, wenn’s nicht gerade über die Zumutung stöhnt, jetzt kassieren zu müssen. Da ist die schöne deutsche Service-Welt noch in Ordnung!

Gold for Team GB!

Veröffentlicht: September 10, 2012 in Idle speech
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London 2012, the Olympics and Paralympics; are over now and I think it’s time to award the last and most important gold medal to Team GB. In this case I don’t mean the athletes (having absolutely no interest in televised sport I have watched exactly zero minutes of olympic TV coverage so I have only heard of the British athletes‘ sporting prowess – Congratulations, by the way!!).
I think a gold medal should go to Londoners, and the Brits in general for delivering the Olympics in difficult times with such dignity, honour and good humour and for making the games such a memorable experience for everyone. You guys have had a glowing press from over here – most people here are more or less secretly in love with London anyway, but this time really everybody has been touched and amazed at how well things have gone, not only as far as the official organisation is concerned but also at the great spirit with which Londoners have welcomed the world descending on their city.
I have even heard that the British like themselves a bit more now! If that is true, that must be the most marvellous outcome of London 2012! I hardly dare to mention it, but I have read reports from Scotland saying that being part of London 2012 has made them feel part of the UK more than before. I am sure many people will hate me for this, but while I love the Scottish people and admire their spirit, I have found their petulant hatred of all things English quite boring and even a bit childish. If the Games have served to bring the British nations a bit closer together, I think that would be a wonderful outcome.
And so again, Team GB: Many congratulations on what you have achieved over the last few weeks. May you be really proud of your achievements and enjoy them unequivocally!
GOLD FOR TEAM GB!

Das Kreuz mit dem Zeug

Veröffentlicht: September 7, 2012 in Lehrlauf, Uncategorized
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Zum ersten Mal seit Monaten (eigentlich Jahren…) ist mein Schreibtisch sauber:

Nach Stunden des Sichten, Sortieren, Aussortierens, Staub Aufwirbelns nicht nur am Schreibtisch, sondern auch im Rest der Wohung frage ich mich: Wo kommt eigentlich immer das ganz Zeug her? Schon wieder habe ich müllsackweise Zeug entfernt: nicht mehr funtionierende Stifte, altmodischer Elektronikkram,  Kleidung, die nicht getragen wird (von Altkleidung kann man ja gar nicht sprechen, das ist ja fast alles Neukleidung…), Kindersachenkram, selten benutze Küchengegenstände, Baddekoschrott (DUFTSEIFE!!!), anderer Dekoschrott, sogar Bücher habe ich zum ersten Mal in meinem Leben in die Tonne getreten.( Man muss einfach anerkennen, dass 20 Jahre alte Fachliteratur zu intelligenten Netzwerken keine Zukunft mehr hat.)
Das Schlimme ist, dass sich bei mir Zeug immer wieder einzufinden scheint. Ich bin ein regelrechter Zeug-Magnet!  Warum, o warum kaufe ich immer wieder Zeug? Warum kapiere ich nicht, dass Zeug nicht glücklich macht, sondern nur nervt: Erst weiß man nicht, wo man’s hintun soll, dann ärgert man sich, dass man’s hat und dann hat man ein schlechtes Gewissen, weil man’s wegschmeißt.
Sehr bewundere ich viele Schülerinnen und Schüler des HKK, die sich gegen den Konsumwahnsinn stellen und bewusst kein Zeug kaufen oder versuchen, ihr eigenes Zeug gegen das Zeug anderer Leute zu tauschen. Ihr seid mein Vorbild und es ist nur meiner Schwäche geschuldet, dass ich euch nicht mehr nacheifere. Intellektuell habe ich schon kapiert, dass das Shoppen von Zeug nur eine Ersatzbefriedigung ist für Dinge, die ich eben nicht haben kann. Aber irgendwie steht das Zeug dann doch wieder zuhause rum.

Hier also mein Vorsatz für die Zeit bis Weihnachten: Kein neues Zeug! Essbares Zeug ist von dieser Regel natürlich ausgenommen 😉

The State of Europe

Veröffentlicht: August 29, 2012 in Idle speech
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I spent my recent holiday at the seaside in the centre of  Europe, the continent, in Croatia, and this put me in mind of the state of Europe, the Union.

Of course, Croatia isn’t a member of the EU and this was most clearly felt when you first get into the country and have to frantically dig out your passport from underneath layers and layers of holiday junk that have accumulated in what was a few hours ago a clearly ordered car that had been packed mit military precision. Yes, we have rather got used to not having to show our passports at the borders, even to hardly notice that we have entered another country. My British friends won’t know the feeling, given that the UK has never liked the whole EU thing and the Scots might be quite happy to establish some borders where they could strip-search the English in a dark, soundproof room with only one desktop lamp…
The EU hasn’t had great press during the last few years (or ever, if you are reading from across the channel), but during this holiday I have grown quite fond of its fundamental principle of trusting each other rather than controlling everything yourself and so for example not checking passports within Schengen countries.

Spending time in a big tourist area has emphasized the variety of European countries and how close we all are together. You can tell who is from where by looking at the car number plates: All cars registered within the EU (Brits, this is EU bureauracy gone mad, so only read on if you feel strong enough!) have a blue field with golden circle of stars at the left hand side of the number plate with the abbreviation for the originating country. So we have a D for Deutschland, the French have F, Italians I, Poles PL, Czech CZ etc. (Even the Serbs, who are a long way off the EU, have got the hang of this by printing the blue field only… ). So by seeing a blue number plate you know the car in front of you is from a EU country. This common feature may just be a tiny symbol, but to me it generates a feeling of belonging together which I thought is rather nice in an ever more fragmented world.

What I have also learned it how much my personal tastes have been shaped by England rather than Europe. When you watch televison or listen to the radio here on the continent you are very much reminded of the Eurotrash programme that was on in the UK around 15 years ago. If you are too young to remember this, think Eurovision and you get what I mean. I look at that exuberance with amazement, but when I have a choice I will always return to the more restrained, more controlled and sleaker Anglo-Saxon style. Oh, and Brits, careful here: It is Speedos all the way, lunchbox or not!

And there is one thing that certainly unites all Europeans (even team GB!): the use of the English language. A little English goes a long way here in the centre of Europe and it is our common mode of communication.

And here’s what my daughter says: „English is just better!“
There you have it.