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Ich verallgemeinere natürlich – natürlich unzulässig und nur für den rhetorischen Effekt. Andererseits: Wenn man sich die Kommentarseiten zur Themenwoche Veganes Leben, die momentan auf Zeit Online läuft, ansieht, kann man schon den Eindruck kriegen, dass der Fleischesser generell mit Schaum vor dem Mund herumläuft wie ein Ochse kurz vor dem Bolzenschussapparat, wenn er das Wort „vegan“ hört.

Schon oft habe ich mich gefragt, warum Fleischesser sich immer so über die Vegetarier und mehr noch die Veganer aufregen müssen. Missionierungszwang wird denen vorgeworfen, dass sie von nichts anderem reden (auch wenn alles, was sie gesagt haben war „Danke, ich esse kein Fleisch“), dass sie sich besser fühlen als die Fleischesser. Nun, ich trau es mich kaum zu sagen, aber ethisch betrachtet sind Veganer nun einmal besser als Fleischesser, das scheint mir auf der Hand zu liegen.

Vorneweg aber erst einmal der Disclaimer: Ich lebe weder vegetarisch noch vegan, noch habe ich vor, das ich näherer Zukunft zu tun. Dennoch erscheint mir eine weitgehend vegetarische Lebensweise ethisch sinnvoll und dass ich nicht so lebe, hat nichts mit der Ethik und nur mit meiner Unzulänglichkeit zu tun.

Es ist doch offensichtlich, dass es ethisch besser ist, kein Fleisch zu essen. Selbst wenn man (wie ich) kein besonderer Tierfan ist und (wie ich) erstmal das Töten eines Tieres zum Verzehr an sich nicht als problematisch sieht (machen Raubtiere ja schließlich auch), sind doch die Bedingungen der Massentierhaltung, in der der Großteil des Fleisches erzeugt wird, ethisch nicht zu rechtfertigen. Das betrifft nicht nur den Tierschutz, sondern auch die ausbeuterischen Bedingungen, unter denen viele Angestellte in der fleischverarbeitenden Industrie arbeiten müssen.

Nun könnte man diesem etischen Dilemma durch den Verzehr von Fleisch aus ökologischer Haltung entkommen. Das ist im Prinzip schon mal gut, ob man damit aber dem System Schlachthof entkommen kann, weiß ich nicht.

Ethisch fragwürdig ist Fleischverzehr weiterhin, wenn man die Auswirkugen auf die Umwelt betrachtet. Erhöhter Ressourcenverbrauch, erhöhte Produktion von Treibhausgasen, Nutzung von Agarflächen für Weideland etc – jeder der es wissen will, kann nachlesen, dass die Fleischproduktion für die Umwelt und für die Ressourcengerechtigkeit global sehr problematisch ist.

Letztlich ist Fleischkonsum, so wie er heute für den Durchschnittsdeutschen üblich ist, auch klar ungesund. Wenn man also durch den Verzehr von ethisch fragwürdig erzeugten Nahrungsmitteln sich selbst auch noch kränker macht, als das nötig wäre, dann kann das die ethische Endbilanz nicht positiv sein.

Wie sieht es nun mit den Veganern aus, quasi den Luxusvegetarieern? Sind die ethisch noch besser, wo doch Vegetarier schon kein Tier töten. Ja, klar, auch das liegt auf der Hand: Solange zum Beispiel in der Gefügelproduktion die männlichen Kühen schlicht weggeworfen werden, weil die keine Eier legen, macht sich, wer Eier kauft, ethisch schuldig. Durch überlegten Einkauf kann man solche Probleme vielleicht minimieren, ob man sie ausschalten kann, darüber weiß ich nicht genug.

Also: Ethisch betrachtet SIND Vegetarier und erst recht Veganer die besseren Menschen. Und ich glaube, genau das ist der Grund, warum Fleischesser so ein Problem mit ihnen haben. Auf deren ethischer Habenseite bleibt nicht viel: „Ich esse Fleisch, weil es schmeckt“. Nun ja, das mag sein, ist aber keine ETHISCHE Kategorie. „Ich esse Fleisch, weil es für den Menschen normal ist“. Das leuchtet mir eher ein, aber Normalität zu definieren, ist ethisch auch schwierig. Schließlich gibt es Gesellschaften, die völlig normal vegetarisch leben – und die gesundheitlich nicht mehr Probleme haben als wir, vielleicht eher weniger.

Und deswegen, glaube ich, fühlen sich Fleischesser auf den Schlipps getreten, wenn sie mit Fleischverweigerern konfrontiert werden: weil sie tief innen wissen, dass sie ihrem persönlichen Bedürfnis nach tierischen Produkten den Vorzug geben vor einer ethisch richtigen Entscheidung in Bezug auf die Ernährung.

Und warum esse ich Fleisch, obwohl ich das alles so schön herausgefunden habe? Na, mir geht’s wie den meisten: Faulheit und Feigheit! Ich bin zu faul, den Kampf mit meiner Familie auszufechten, die Fleischgerichte liebt. Ich mag gelegentlich ein Stück Fleisch. Ich kann den Geschmack von Soja-Milch nicht ausstehen.
Aber immerhin: Ich habe meinen Fleischkonsum stark reduziert und gehöre jetzt zur Sonntagsbraten-Fraktion. Ich esse Fleisch nur noch, wenn ich wirklich Fleisch will und nicht, weil ich etwas Biss in meine Sauce haben möchte.  Ich versuche, tierische Produkte aus ökologischer Produktion zu kaufen. Ich akzeptiere, dass die Geflügelproduktion ethisch nicht zu retten ist und kaufe kein Geflügel mehr (Eier aber schon, der Widerspruch ist anerkannt). Und wenn jemand vegetarisch oder vegan lebt, finde ich das gut! Und während eine veganes Leben für mich so schwer wäre, dass die Faulheit klar überwiegt (sagte ich schon, dass ich Soja-Milch hasse!!), ist doch ein fleischreduziertes Leben so leicht, dass es ethisch betrachtet regelrecht eine Dummheit wäre, es nicht zu versuchen.

 

Urlaub 2.0

Veröffentlicht: August 25, 2013 in Uncategorized

Früher war alles einfacher! Was musste man packen, wenn man in den Urlaub fährt? Badehose, Sonnencreme, ein Buch, fertig.

Heute hingegen macht einen das Packen alleine schon urlaubsreif:

  • Handy laden
  • Ebook-Reader laden
  • Tablet laden
  • Fotoapparat leeren
  • Akkus laden
  • Dateien synchronisieren
  • USB-Stick einpacken
  • Kabel finden
  • Kabel finden
  • Kabel finden
  • Ladegeräte einpacken
  • hmm, noch eine Speicherkarte einpacken??? Sind 3678 Fotos genug?
  • Und dann noch die Badehose nicht vergessen.

Jetzt könnte ich ja den ganzen Kram einfach zuhause lassen und einen technikfreien Urlaub machen. Kein Gejammer mehr beim Packen, keine Schwierigkeiten bei der Sicherheitskontrolle, super oder?

Tja, eigentlich schon – aber andererseits hat doch das Web 2.0 mein Leben so bereichert, dass ich auch im Urlaub nicht davon lassen will.

Also weiter packen. Wo ist jetzt  eigentlich das Ladekabel für das Handy ???

 

Enttäuschte Liebe

Veröffentlicht: Mai 6, 2013 in Uncategorized

Ich wollte sie lieben! Wirklich, ich habe mir alle Mühe gegeben, ich war nicht leichtfertig, ich habe mir Zeit genommen, aber aus der ersten Leidenschaft ist keine dauerhafte Liebe geworden, wir werden wohl wieder getrennte Wege gehen, die Ebooks und ich.
Freilich, Ebooks haben viele Vorteile: Schnell und leicht kann man an neuen Lesestoff kommen, nur mit ein paar Klicks beamen sich Bücher über Bücher auf den Ebook-Reader. So kann man seine ganze Bibliothek mit sich herumtragen, und ist nicht, wie früher der Bildungsspießer auf die Goetheausgabe mit Goldschnitt in Kunstledereinband angewiesen, die zur Hochzeit angeschafft wurde und von den Enkeln nach der Beerdigung ungelesen auf Amazon wieder eingestellt wird.
Gerade wenn man, wie ich, gerne auch Bücher in anderen Sprachen liest, ist das eingebaute Wörterbuch unglaublich praktisch: Man kommt zu den Worterklärungen einfach direkt durch Klicken im Text – wie genial ist das denn?!
Und dann wollte ich ja auch Trendsetter sein: Erst ein Drittel aller Buchhandlungen bietet Ebook überhaupt an, da wollte ich nicht fehlen.

Wie gesagt, ich habe es versucht, aber so recht sind die Ebooks und ich nie zusammen gekommen.

Schon beim Bestellvorgang muss ich mich immer aufregen, wenn ich wegen der Buchpreisbindung für eine Datei genauso viel bezahlen soll wie für ein gedrucktes Buch. Wieso für weniger das Gleiche bezahlen?
Und das Weniger ist ja viel weniger! Schließlich bekommt man für sein Geld ja nicht einmal eine Datei, sondern nur das Recht, eine Datei zu benutzen. Verschenken, verleihen, weitergeben kann ich mein Ebook nicht, dafür sorgen die Verlage mit ihrem DRM (Management der digitalen Rechte).
Dafür bedienen sie sich aber reichlich an meinen Daten, und zwar ohne zu fragen: Welche Bücher ich kaufe, welche Stellen ich markiere, wo ich kommentiere, all das merken sich die Verlage in einer Datenbank, die der User weder ein- und durchblicken kann. Und wozu das alles? Natürlich des Geldes wegen: Die Verlage benutzen die Userdaten, um ihnen mehr und genauere Kaufempfehlungen für Bücher zu geben, auf dass die Generation Klick auf die digitalen Verheißungen ebenso hereinfalle wie die Lemminge auf die nächste Klippe.
Aber den Ausschlag für meine Desillusionierung über das Ebook gab dann doch wieder die Liebe, die Liebe zum gedruckten Buch nämlich, zum Geruch des Papiers, der schon etwas über die Geschichte des Buchs verrät, dem Geräusch der Seiten beim Umblättern, den Eselsohren, Falten und Notizen, die dem Buch Vergangenheit geben.

Natürlich ist ein Ebook praktischer, das weiß auch ich. Aber ist Liebe praktisch, pragmatisch? Nein,  natürlich nicht. Aber wollen wir nicht doch alle Liebe? Sie ist das pralle Leben, sie ist erhaben (Faust mit kollorierten Illustrationen), berauschend (Rotweinflecken auf dem Einband), manchmal schmerzhaft (Badewanne!!) und damit einfach wie das Leben selbst. Und deswegen, so glaube ich, werden wir auch das gedruckte Buch weiter lieben!

Liebe CDU/CSU,

Veröffentlicht: März 4, 2013 in Uncategorized
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konservativer leben als ich kann man eigentlich nicht: Ich habe Haus und Auto, zahle brav meine Steuern, bin Beamtin, verdammt noch mal, ich trage zum Kochen sogar eine Schürze! Ich bin verheiratet, habe mehrere Kinder, alle vom selben Mann, alle ehelich gezeugt und geboren, bin mit dem Vater der Kinder auch nach wie vor verheiratet – und trotzdem kapiere ich nicht, warum die Gleichstellung homosexueller Ehepaare meine Ehe irgendwie beeinträchtigen soll.
Gut, ich gehe nicht in die Kirche – vielleicht liegt es daran? Aber Hand auf Herz, liebe CDU/CSU, wer von euch geht denn schon aufrichtigen Herzens in die Kirche? Wer glaubt aufrichtigen Herzen die Glaubensgrundsätze euerer Kirche? Sicher nicht alle, oder? Aber wenn ich mich recht erinnere, schließlich habe auch ich eine oberbayerisch-katholische Erziehung genossen, war da im Neuen Testament was von Liebe und froher Botschaft die Rede. Am Kirchgang kann die Homophobie als auch nicht liegen.
Warum, liebe CDU/CSU löst du dein Problem nicht so: Ehegattensplitting weg, Kindersplitting her, so dass jede Familie mit Kindern Steuererleichterungen bekommt aber kein kinderloses Ehepaar. Dann ginge das Geld dahin, wo es gebraucht wird und du bräuchtest dir keine Gedanken machen wer was wie mit wem treibt.
Für deinen etwas überreizten Nervenzustand wäre das doch genau das Richtige. Und wir anderen hätten endlich unsere Ruhe.
Denk mal darüber nach, liebe CDU/CSU.

Viele Grüße

Deine Christiane

My New York: A Look Around

Veröffentlicht: Februar 13, 2013 in Idle speech, Uncategorized
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Don’t leave me this way!

Veröffentlicht: Januar 25, 2013 in Uncategorized
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Dear oh dear, he’s said it! For years I was worried he might come out with it, but I’ve kept my eyes closed and my head down, hoping he wouldn’t say anything. But now it’s out in the open, the words are said,  he has committed himself, can’t take it back!
David’s said it: the Brits might leave the EU!

It’s not a secret I am a European, not just geographically but also politically. And I love Britain and the British. And so I would be so, so sad if the Brits decided to get out of the EU. I would feel rejected by someone really cool I wanted to be friends with.

So  I am about so write something that I NEVER EVER thought I would write:
Please, dear Brits: join the recent love-in between the Bildzeitung and the Sun where both papers have expressed their appreciation for the other country and stay in the EU.You can keep your money and your border controls and your privatised railways (in fact, please do keep those!!) and you can have cucumbers as crooked as you like, but please let’s stay friends.

Pretty please…

Pretty pretty please…

Is it working? No? Well now – wait till I tell the Scots!!

PS: And yes, I do have to say things about the politics of this, but that will have to wait for another day 😉

Notizen zu einem Vortrag von Uwe Kekeritz, MdB (Die Grünen), den im am 24.1.2013 im JCT-Gymnasium in Lauf besucht habe. Ich schreibe hier aus dem Gedächtnis, es kann also sein, dass ich etwas vergessen habe.

Entwicklungshilfe vs. Entwicklungszusammenarbeit

Kekeritz sieht einen Unterschied zwischen Entwicklungshilfe, wie sie bis vor ca 10 Jahren praktiziert wurde, und Entwicklungszusammenarbeit, wie sie heute mehr und mehr praktiziert wird.

  • Entwicklungshilfe: Der reiche Westen ist der Geber, der anschafft, wo es hingeht. Die Entwicklungsländer sind die demütigen Hilfeeempfänger, die über sich bestimmen lassen müssen.
  • Entwicklungszusammenarbeit: Reiche und arme Länder stehen sich gleichberechtigt gegenüber und verhandeln auf Augenhöhe Verträge zum wirtschaftlichen Austausch, die beiden Parteien nutzen. ENtwicklungsländer haben Würde, Selbstbewusstsein und Rohstoffe, die auf dem Markt gehandelt werden können.

Kekeritz sieht ein großen Problem darin, dass der Westen (ich verwende diesen Ausdruck hier Kurzform für die reichen Länder ) unaufrichtig handelt. Zum einen sei man gegen Kinderarbeit, Armut und Ausbeutung, zum anderen zwinge er die armen Ländern zu unfairem Handel. Als Beispiel dafür nennt der den Handel mit Hähnchenfleisch:

Das Hähnchenproblem:

  • Deutsche essen in erster Linie Hähnchenbrust. Bis ca 1995 wurde der Rest von Hähnchen oft schlicht weggeworfen. Dann kam man auf die Idee, die Hähnchenreste nach Afrika zu exportieren, da dort auch andere Hähnchenteile gerne gegessen werden. Das war zu Dumpingpreisen möglich, da die Hähnchenproduktion in Europa hoch subventioniert ist und ein geringer Preis für die Hähnchenteile für den deutschen Produzenten immer noch besser war als kein Erlös, wenn die Reste entsorgt werden.
  • Der billige Export zerstört die Hähnchenproduktion in Afrika (Ghana wird als Beispiel genannt). Die ghanaische Regierung nutzt das Welthandelsabkommen, das ihr erlaubt, Einführzölle von 90% zu verlangen, damit die Importware teuer und die heimische Produktion geschützt wird.
  • Kurze Freude in Ghana, bis die WTO (World Trade Organisation) und die Weltbank vorstellig werden und vorrechnen, dass die Kredite an Ghana gekündigt werden könnten und Ghana sofort zurückzahlen müsse. Falls Ghana allerdings die Schutzzölle wieder sein lasse, dann könne man über die  Kredite noch mal reden. Ghana rechnet sich  aus, dass es billiger ist, die heimische Hähnchenproduktion zerstören zu lassen, dafür aber die Kredite nicht zurückzahlen zu müssen. Ähnliche Geschichten lassen sich über Milchpulver aus deutscher Produktion erzählen.
  • Kurz und gut: WTO und Weltbank, die Organisationen, die eigentlich für bessere Marktchancen für Entwicklungsländer sorgen sollten, vertreten einseitig die Interessen des Westens.

Probleme beim Status Quo

  • Resultat solcher Praktiken ist, dass heute 48 Länder dauerhaft auf Nahrungshilfe angewiesen sind. 1960 konnte jedes Land der Erde sich selbst ernähren (gelegentliche und zeitlich und regional begrenzte  Hungersnöte wurden dabei als normal angesehen). Der Hunger in der Welt hat sich also vergrößert, nicht verkleinert.
  • Kekeritz ist auch skeptisch, was die teilweise positiven Nachrichten über die Erfüllung der Millenium Development Goals angeht: Auf dem Papier sehe manches gut aus, die Zahlen seien aber oft massiert: So ist die Einschulungsquote von Kinder stark angestiegen, das bedeute jedoch nicht, dass die Kinder nach der Einschulung die Schule tatsächlich auch besuchen oder gar eine richtige Ausbildung erhalten.
  • Besonders die deutsche Regierung stellt sich zu oft auf die Seite der deutschen Wirtschaft und torpediert internationale Bemühungen zu mehr Transparenz im Handel. Wenn die Geschäftszahlen und Geschäftsbewegungen aber veröffentlicht würden, würde Korruption erschwert, da auch in Entwicklungsländern jeder nachvollziehen könnte, welche Wege das Geld nimmt. Sind Firmen nicht transparent, fördert das die Möglichkeit zur Korruption (man kann ja mal schnell bestechen, um einen lukrativen Vertrag zu bekommen, das merkt ja keiner), deren Bekämpfung eigentlich ein vordringliches Ziel des Westens sein sollte.
  • Entwickungshilfe ist zu einem Business geworden. Nach Katastrophen konkurrieren NGOs aus verschiedenen Ländern um Projekte und Aufträge – oft zum Nachteil der Menschen, denen eigentlich geholfen werden sollte. Letzlich gehe es auch hier um Arbeitsplätze für Entwicklungshelfer, die geschützt werden müssten.

Lösungsansätze

Kekeritz nennt einige Ansätze, wie mehr internationale Gerechtigkeit erreicht werden könne:

  • Jeder solle Fair Trade Produkte kaufen wo möglich. Bei Kleidung sei das Angebot noch sehr gering, Sensibilität bei diesem Thema sei notwendig. Oft sei der Ankauf in Second Hand läden eine gute, ökologische Alternative.
  • Man solle regional kaufen wo möglich, damit sowohl in Entwicklungsländer als auch im Westen regionale Wirtschaftkreisläufe in Gang kommen bzw. erhalten werden.
  • Man solle auch im Großen auf faire Beschaffung achten, zum Beispiel bei Einfuhr von Holz oder Steinen. Im Moment gebe es zwar noch viel Missbrauch, zum Beispiel bei Siegeln für Steine, die Kinderarbeit freie Produkte versprechen, diese Standards aber nicht wirklich einhalten. Dennoch sei ein solcher Zertifizierungsprozess ein notwendiger erster Schritt, um eine Sensibilisierung für solche Themen und eine Nachvollziehbarkeit der Produktionskette erst zu erreichen.

Mein Resumee

Kekeritz‘ Argumentation ist entgegengesetzt zu der, die fordert „den armen Menschen dort doch endlich durch Spenden zu helfen“ und basiert auf der Annahme, dass die Entwicklungsländer für sich selbst sorgen können, sobald sie faire Bedingungen vorfinden. Ich habe mich mit dieser Frage beschäftigt, aber nur so weit, wie ich mich aus der Presse informieren konnte. Wenn ich also von meinem Kenntnisstand ausgehe, würde ich Kekeritz zustimmen. Konsequenz ist dann, dass ich diejenigen unterstützen muss, die sich für einen wirklich gerechten Welthandel einsetzen.

Wie ich das im Großen tun kann, weiß ich noch nicht, da muss ich erst noch recherchieren. Wen wählen, wem mein Geld geben, wem es entziehen?

Im Kleinen muss ich noch mehr auf Fair Trade Produkte achten. Bei Nahrungsmitteln ist das kein so großes Problem, da ich nur wenige Produkte aus Entwicklungsländern regelmäßig kaufe. Trotzdem hier mal vergewissern, was alles woher kommt!

Eine ganz andere Geschichte ist der Ankauf von Kleidung! Ich kaufe gelegentlich second hand, nähe einiges selbst, aber der Großteil meiner Kleidung kommt – natürlich- aus China, Bangladesh, Indien etc. Ich weiß,  dass ich beim Tragen solcher Kleidung kein gutes Gewissen haben kann, (siehe hier und tausende weitere Artikel),  und trotzdem tue ich es. Wenn ich mit mir und meinen gefühlten moralischen Standards ehrlich sein möchte, dann muss ich hier etwas ändern. Eigentlich weiß ich auch schon, was: Weniger Kleidung kaufen, diese bewusster kaufen. Weniger Schuhe – Zalando ade!
Bin selbst schon gespannt, ob und wie der Einsicht auch das Handeln folgt…

Glitzerpuderelch – Update

Veröffentlicht: November 12, 2012 in Lehrlauf, Uncategorized
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Stets der journalistischen Wahrheit auf der Spur habe ich mich heute dem Mysterium des Verschwindens des Glitzerpuderelchs gewidmet. Tatsächlich konnt ich feststellen, dass Glitzerpuder für Elche total out ist.

Elche gibt es zwar in Strick oder in Holz:

 

 

 

 

 

 

und in Blätterkram:
Aber wenn man Glitzerpuder will muss man die Ice Age-Route gehen

und ein Eichhörnchen auswählen.
Und ihr dachtet immer, ihr lernt hier im Lehrlauf nichts!!!

Das Kreuz mit dem Zeug

Veröffentlicht: September 7, 2012 in Lehrlauf, Uncategorized
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Zum ersten Mal seit Monaten (eigentlich Jahren…) ist mein Schreibtisch sauber:

Nach Stunden des Sichten, Sortieren, Aussortierens, Staub Aufwirbelns nicht nur am Schreibtisch, sondern auch im Rest der Wohung frage ich mich: Wo kommt eigentlich immer das ganz Zeug her? Schon wieder habe ich müllsackweise Zeug entfernt: nicht mehr funtionierende Stifte, altmodischer Elektronikkram,  Kleidung, die nicht getragen wird (von Altkleidung kann man ja gar nicht sprechen, das ist ja fast alles Neukleidung…), Kindersachenkram, selten benutze Küchengegenstände, Baddekoschrott (DUFTSEIFE!!!), anderer Dekoschrott, sogar Bücher habe ich zum ersten Mal in meinem Leben in die Tonne getreten.( Man muss einfach anerkennen, dass 20 Jahre alte Fachliteratur zu intelligenten Netzwerken keine Zukunft mehr hat.)
Das Schlimme ist, dass sich bei mir Zeug immer wieder einzufinden scheint. Ich bin ein regelrechter Zeug-Magnet!  Warum, o warum kaufe ich immer wieder Zeug? Warum kapiere ich nicht, dass Zeug nicht glücklich macht, sondern nur nervt: Erst weiß man nicht, wo man’s hintun soll, dann ärgert man sich, dass man’s hat und dann hat man ein schlechtes Gewissen, weil man’s wegschmeißt.
Sehr bewundere ich viele Schülerinnen und Schüler des HKK, die sich gegen den Konsumwahnsinn stellen und bewusst kein Zeug kaufen oder versuchen, ihr eigenes Zeug gegen das Zeug anderer Leute zu tauschen. Ihr seid mein Vorbild und es ist nur meiner Schwäche geschuldet, dass ich euch nicht mehr nacheifere. Intellektuell habe ich schon kapiert, dass das Shoppen von Zeug nur eine Ersatzbefriedigung ist für Dinge, die ich eben nicht haben kann. Aber irgendwie steht das Zeug dann doch wieder zuhause rum.

Hier also mein Vorsatz für die Zeit bis Weihnachten: Kein neues Zeug! Essbares Zeug ist von dieser Regel natürlich ausgenommen 😉

Abi 2011: Danke, liebe Abiturienten!

Veröffentlicht: Juli 6, 2011 in Lehrlauf, Uncategorized
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Unser erster G8-Jahrgang hat nun die heiligen Hallen des HKK endgültig verlassen, die Abiturienten haben den Schülerstatus abgelegt – und das in allen Ehren bei ihrem Abiball am letzten Freitag.

Ich möchte allen Abiturienten alles Gute für die Zukunft wünschen und mich auch noch einmal herzlich bedanken für die schönen Blumen Danke!und den Award. Diese Auszeichunung und die lieben Worte Einzelner haben mich wirklich gefreut und werden mir Ansporn für die weitere Lehrtätigkeit sein.

Natürlich würde ich meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen weitermachen auch ohne Awards, schon alleine weil sie mir nur so Spaß macht. Aber es gibt mir Sicherheit für zukünftige pädagogische Entscheidungen, wenn ich weiß, dass ihr euch bei mir in guten Händen gefühlt habt.

Ich hoffe, ihr findet in eurem Berufsleben so viel Freude wie ich in meinem!

Nochmal die besten Wünsche an alle – vielleicht hört man mal von dem Einen oder Anderen!

Viele Grüße

Teacher Chris