Ich verallgemeinere natürlich – natürlich unzulässig und nur für den rhetorischen Effekt. Andererseits: Wenn man sich die Kommentarseiten zur Themenwoche Veganes Leben, die momentan auf Zeit Online läuft, ansieht, kann man schon den Eindruck kriegen, dass der Fleischesser generell mit Schaum vor dem Mund herumläuft wie ein Ochse kurz vor dem Bolzenschussapparat, wenn er das Wort „vegan“ hört.

Schon oft habe ich mich gefragt, warum Fleischesser sich immer so über die Vegetarier und mehr noch die Veganer aufregen müssen. Missionierungszwang wird denen vorgeworfen, dass sie von nichts anderem reden (auch wenn alles, was sie gesagt haben war „Danke, ich esse kein Fleisch“), dass sie sich besser fühlen als die Fleischesser. Nun, ich trau es mich kaum zu sagen, aber ethisch betrachtet sind Veganer nun einmal besser als Fleischesser, das scheint mir auf der Hand zu liegen.

Vorneweg aber erst einmal der Disclaimer: Ich lebe weder vegetarisch noch vegan, noch habe ich vor, das ich näherer Zukunft zu tun. Dennoch erscheint mir eine weitgehend vegetarische Lebensweise ethisch sinnvoll und dass ich nicht so lebe, hat nichts mit der Ethik und nur mit meiner Unzulänglichkeit zu tun.

Es ist doch offensichtlich, dass es ethisch besser ist, kein Fleisch zu essen. Selbst wenn man (wie ich) kein besonderer Tierfan ist und (wie ich) erstmal das Töten eines Tieres zum Verzehr an sich nicht als problematisch sieht (machen Raubtiere ja schließlich auch), sind doch die Bedingungen der Massentierhaltung, in der der Großteil des Fleisches erzeugt wird, ethisch nicht zu rechtfertigen. Das betrifft nicht nur den Tierschutz, sondern auch die ausbeuterischen Bedingungen, unter denen viele Angestellte in der fleischverarbeitenden Industrie arbeiten müssen.

Nun könnte man diesem etischen Dilemma durch den Verzehr von Fleisch aus ökologischer Haltung entkommen. Das ist im Prinzip schon mal gut, ob man damit aber dem System Schlachthof entkommen kann, weiß ich nicht.

Ethisch fragwürdig ist Fleischverzehr weiterhin, wenn man die Auswirkugen auf die Umwelt betrachtet. Erhöhter Ressourcenverbrauch, erhöhte Produktion von Treibhausgasen, Nutzung von Agarflächen für Weideland etc – jeder der es wissen will, kann nachlesen, dass die Fleischproduktion für die Umwelt und für die Ressourcengerechtigkeit global sehr problematisch ist.

Letztlich ist Fleischkonsum, so wie er heute für den Durchschnittsdeutschen üblich ist, auch klar ungesund. Wenn man also durch den Verzehr von ethisch fragwürdig erzeugten Nahrungsmitteln sich selbst auch noch kränker macht, als das nötig wäre, dann kann das die ethische Endbilanz nicht positiv sein.

Wie sieht es nun mit den Veganern aus, quasi den Luxusvegetarieern? Sind die ethisch noch besser, wo doch Vegetarier schon kein Tier töten. Ja, klar, auch das liegt auf der Hand: Solange zum Beispiel in der Gefügelproduktion die männlichen Kühen schlicht weggeworfen werden, weil die keine Eier legen, macht sich, wer Eier kauft, ethisch schuldig. Durch überlegten Einkauf kann man solche Probleme vielleicht minimieren, ob man sie ausschalten kann, darüber weiß ich nicht genug.

Also: Ethisch betrachtet SIND Vegetarier und erst recht Veganer die besseren Menschen. Und ich glaube, genau das ist der Grund, warum Fleischesser so ein Problem mit ihnen haben. Auf deren ethischer Habenseite bleibt nicht viel: „Ich esse Fleisch, weil es schmeckt“. Nun ja, das mag sein, ist aber keine ETHISCHE Kategorie. „Ich esse Fleisch, weil es für den Menschen normal ist“. Das leuchtet mir eher ein, aber Normalität zu definieren, ist ethisch auch schwierig. Schließlich gibt es Gesellschaften, die völlig normal vegetarisch leben – und die gesundheitlich nicht mehr Probleme haben als wir, vielleicht eher weniger.

Und deswegen, glaube ich, fühlen sich Fleischesser auf den Schlipps getreten, wenn sie mit Fleischverweigerern konfrontiert werden: weil sie tief innen wissen, dass sie ihrem persönlichen Bedürfnis nach tierischen Produkten den Vorzug geben vor einer ethisch richtigen Entscheidung in Bezug auf die Ernährung.

Und warum esse ich Fleisch, obwohl ich das alles so schön herausgefunden habe? Na, mir geht’s wie den meisten: Faulheit und Feigheit! Ich bin zu faul, den Kampf mit meiner Familie auszufechten, die Fleischgerichte liebt. Ich mag gelegentlich ein Stück Fleisch. Ich kann den Geschmack von Soja-Milch nicht ausstehen.
Aber immerhin: Ich habe meinen Fleischkonsum stark reduziert und gehöre jetzt zur Sonntagsbraten-Fraktion. Ich esse Fleisch nur noch, wenn ich wirklich Fleisch will und nicht, weil ich etwas Biss in meine Sauce haben möchte.  Ich versuche, tierische Produkte aus ökologischer Produktion zu kaufen. Ich akzeptiere, dass die Geflügelproduktion ethisch nicht zu retten ist und kaufe kein Geflügel mehr (Eier aber schon, der Widerspruch ist anerkannt). Und wenn jemand vegetarisch oder vegan lebt, finde ich das gut! Und während eine veganes Leben für mich so schwer wäre, dass die Faulheit klar überwiegt (sagte ich schon, dass ich Soja-Milch hasse!!), ist doch ein fleischreduziertes Leben so leicht, dass es ethisch betrachtet regelrecht eine Dummheit wäre, es nicht zu versuchen.

 

Urlaub 2.0

Veröffentlicht: August 25, 2013 in Uncategorized

Früher war alles einfacher! Was musste man packen, wenn man in den Urlaub fährt? Badehose, Sonnencreme, ein Buch, fertig.

Heute hingegen macht einen das Packen alleine schon urlaubsreif:

  • Handy laden
  • Ebook-Reader laden
  • Tablet laden
  • Fotoapparat leeren
  • Akkus laden
  • Dateien synchronisieren
  • USB-Stick einpacken
  • Kabel finden
  • Kabel finden
  • Kabel finden
  • Ladegeräte einpacken
  • hmm, noch eine Speicherkarte einpacken??? Sind 3678 Fotos genug?
  • Und dann noch die Badehose nicht vergessen.

Jetzt könnte ich ja den ganzen Kram einfach zuhause lassen und einen technikfreien Urlaub machen. Kein Gejammer mehr beim Packen, keine Schwierigkeiten bei der Sicherheitskontrolle, super oder?

Tja, eigentlich schon – aber andererseits hat doch das Web 2.0 mein Leben so bereichert, dass ich auch im Urlaub nicht davon lassen will.

Also weiter packen. Wo ist jetzt  eigentlich das Ladekabel für das Handy ???

 

Enttäuschte Liebe

Veröffentlicht: Mai 6, 2013 in Uncategorized

Ich wollte sie lieben! Wirklich, ich habe mir alle Mühe gegeben, ich war nicht leichtfertig, ich habe mir Zeit genommen, aber aus der ersten Leidenschaft ist keine dauerhafte Liebe geworden, wir werden wohl wieder getrennte Wege gehen, die Ebooks und ich.
Freilich, Ebooks haben viele Vorteile: Schnell und leicht kann man an neuen Lesestoff kommen, nur mit ein paar Klicks beamen sich Bücher über Bücher auf den Ebook-Reader. So kann man seine ganze Bibliothek mit sich herumtragen, und ist nicht, wie früher der Bildungsspießer auf die Goetheausgabe mit Goldschnitt in Kunstledereinband angewiesen, die zur Hochzeit angeschafft wurde und von den Enkeln nach der Beerdigung ungelesen auf Amazon wieder eingestellt wird.
Gerade wenn man, wie ich, gerne auch Bücher in anderen Sprachen liest, ist das eingebaute Wörterbuch unglaublich praktisch: Man kommt zu den Worterklärungen einfach direkt durch Klicken im Text – wie genial ist das denn?!
Und dann wollte ich ja auch Trendsetter sein: Erst ein Drittel aller Buchhandlungen bietet Ebook überhaupt an, da wollte ich nicht fehlen.

Wie gesagt, ich habe es versucht, aber so recht sind die Ebooks und ich nie zusammen gekommen.

Schon beim Bestellvorgang muss ich mich immer aufregen, wenn ich wegen der Buchpreisbindung für eine Datei genauso viel bezahlen soll wie für ein gedrucktes Buch. Wieso für weniger das Gleiche bezahlen?
Und das Weniger ist ja viel weniger! Schließlich bekommt man für sein Geld ja nicht einmal eine Datei, sondern nur das Recht, eine Datei zu benutzen. Verschenken, verleihen, weitergeben kann ich mein Ebook nicht, dafür sorgen die Verlage mit ihrem DRM (Management der digitalen Rechte).
Dafür bedienen sie sich aber reichlich an meinen Daten, und zwar ohne zu fragen: Welche Bücher ich kaufe, welche Stellen ich markiere, wo ich kommentiere, all das merken sich die Verlage in einer Datenbank, die der User weder ein- und durchblicken kann. Und wozu das alles? Natürlich des Geldes wegen: Die Verlage benutzen die Userdaten, um ihnen mehr und genauere Kaufempfehlungen für Bücher zu geben, auf dass die Generation Klick auf die digitalen Verheißungen ebenso hereinfalle wie die Lemminge auf die nächste Klippe.
Aber den Ausschlag für meine Desillusionierung über das Ebook gab dann doch wieder die Liebe, die Liebe zum gedruckten Buch nämlich, zum Geruch des Papiers, der schon etwas über die Geschichte des Buchs verrät, dem Geräusch der Seiten beim Umblättern, den Eselsohren, Falten und Notizen, die dem Buch Vergangenheit geben.

Natürlich ist ein Ebook praktischer, das weiß auch ich. Aber ist Liebe praktisch, pragmatisch? Nein,  natürlich nicht. Aber wollen wir nicht doch alle Liebe? Sie ist das pralle Leben, sie ist erhaben (Faust mit kollorierten Illustrationen), berauschend (Rotweinflecken auf dem Einband), manchmal schmerzhaft (Badewanne!!) und damit einfach wie das Leben selbst. Und deswegen, so glaube ich, werden wir auch das gedruckte Buch weiter lieben!

NSU-Prozess: Zum Schimpf noch die Schande

Veröffentlicht: März 27, 2013 in Lehrlauf
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Anhand dessen, was im Vorfeld zum NSU-Prozess im Moment abläuft, möchte man doch verzweifelt den Kopf schütteln!

Zur Erinnerung: Für den Prozess wurden 50 Journalisten akkreditiert, ihnen also ein fester Platz im Gerichtssaal als Prozessbeobachter zugeteilt. Dabei bei diesem wohl wichtisten und international mit dem größten Interesse verfolgten Prozess sind jetzt Journalisten der wichtigen deutschen regionalen und überregionalen Zeitungen, verschiedene Reporter der ARD aus mehreren der deutschen Rundfunkanstalten, deutsche Fernsehsender – und eine niederländischer Journalist. Ja, richtig gelesen: Der gesamte Rest der Welt ist vertreten durch einen Journalisten aus den Niederlanden! Nun habe ich keinerlei Verdacht, dass der Holländer seine Arbeit nicht hervorragend machen wird, aber dennoch finde ich es im höchsten Maße unglücklich, dass andere ausländische Presseleute, allen voran von türkischen Medien, keinen Platz bekommen haben.

Das Akkreditierungsverfahren sei absolut fair gewesen, „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, so sagt das Gericht und außerdem gehe es rechtlich nicht anders. Klar ist es von äußerster Wichtigkeit, dass bei diesem Prozess alles mit rechten Dingen zugeht, aber etwas anders ginge es schon: Typischerweise werden Journalisten entweder nach der vom Gericht benutzen Verfahrensweise des Müllers zugelassen oder per Losverfahren. Was hätte dagegen gesprochen, aus all den Anmeldungen auszulosen anstatt sich das Geschmäckle zu geben, die Ausländer zu benachteiligen?

Ja, dann hätten sich die Türken hat schneller anmelden müssen, die Regeln waren doch für alle gleich, hört man da die Verteidigung des Gerichts. Sehr aufschlussreich ist da, was der Gerichtsreporter des Bayerischen Rundfunks heute erzählt hat: Ein Kollege, der sich wenige Minuten nach Beginn der Akkreditierung angemeldet hat, landete bereits auf Platz 13 von 50. Vermutlich war also das Kontingent nach wenigen Stunden bereits voll. Selbst Schuld, die Türken, Amis, Briten etc. usw., dass sie in ihrem Ausland nicht rund um die Uhr des Deutschen kundige und akkreditierungsbefugte Leute sitzen haben? So einen Unterton hört man da aus dem Münchner Oberlandesgericht.

Nein, das kann nicht die richtige Vorgehensweise sein, zumal es (so oben zitierter Gerichtsreporter) an deutschen Gerichten durchaus Präzedenzfälle gibt, bei denen für ausländischen Reporter ein Kontingent eingerichtet wurde. Nun kann man angeblich nicht mehr zurück, auch akkreditierte Journalisten können nicht zu Gunsten ausländischer Kollegen verzichten, die Rechtslage! Natürlich ist es nicht Aufgabe eines deutschen Gerichtes, eine Schauprozess für die (internationale) Öffentlichkeit abzuhalten. Mit typisch deutscher Bürokratie und Prinzipienreiterei die offensichtlich schlechteste der möglichen Lösungen zu wählen und damit dem Ruf Deutschlands in der Welt zu schaden sollte seine Aufgabe aber auch nicht sein!

Ich hänge nicht der Verschwörungstheorie an, dass das Gericht absichtlich die Ausländer fern gehalten hat, sondern vermute eher, dass die Richter in ihrem Elfenbeinturm die Tragweite ihres Verhaltens nicht richtig eingeschätzt haben. Aber wie wäre es im umgekehrten Fall: In der Türkei wären Deutsche aus terroristischen Gründen ermordet worden und die Ermittler hätten sich so dumm angestellt, dass man sich fragen müsste, ob Dummheit und Absicht nicht ein Paar Stiefel sind. Und jetzt kämen ins Gericht deutsche und andere ausländische Reporter gar nicht rein, oder müssten auf gut Glück sehen, ob sie einen der wenigen Besucherplätze ergattern könnten. Da wäre was los in der deutschen Öffentlichkeit! Wir wären empört! Zu Recht, wie ich finde – und natürlich ist Empörung und Unverständnis jetzt auch groß.

Auf dem NSU-Prozess lastet ein Schandfleck, noch bevor er begonnen hat.

Liebe CDU/CSU,

Veröffentlicht: März 4, 2013 in Uncategorized
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konservativer leben als ich kann man eigentlich nicht: Ich habe Haus und Auto, zahle brav meine Steuern, bin Beamtin, verdammt noch mal, ich trage zum Kochen sogar eine Schürze! Ich bin verheiratet, habe mehrere Kinder, alle vom selben Mann, alle ehelich gezeugt und geboren, bin mit dem Vater der Kinder auch nach wie vor verheiratet – und trotzdem kapiere ich nicht, warum die Gleichstellung homosexueller Ehepaare meine Ehe irgendwie beeinträchtigen soll.
Gut, ich gehe nicht in die Kirche – vielleicht liegt es daran? Aber Hand auf Herz, liebe CDU/CSU, wer von euch geht denn schon aufrichtigen Herzens in die Kirche? Wer glaubt aufrichtigen Herzen die Glaubensgrundsätze euerer Kirche? Sicher nicht alle, oder? Aber wenn ich mich recht erinnere, schließlich habe auch ich eine oberbayerisch-katholische Erziehung genossen, war da im Neuen Testament was von Liebe und froher Botschaft die Rede. Am Kirchgang kann die Homophobie als auch nicht liegen.
Warum, liebe CDU/CSU löst du dein Problem nicht so: Ehegattensplitting weg, Kindersplitting her, so dass jede Familie mit Kindern Steuererleichterungen bekommt aber kein kinderloses Ehepaar. Dann ginge das Geld dahin, wo es gebraucht wird und du bräuchtest dir keine Gedanken machen wer was wie mit wem treibt.
Für deinen etwas überreizten Nervenzustand wäre das doch genau das Richtige. Und wir anderen hätten endlich unsere Ruhe.
Denk mal darüber nach, liebe CDU/CSU.

Viele Grüße

Deine Christiane

My New York: A Look Around

Veröffentlicht: Februar 13, 2013 in Idle speech, Uncategorized
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My New York – A Roof with a View

Veröffentlicht: Februar 13, 2013 in Idle speech
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My New York – A View from the Top

Veröffentlicht: Februar 12, 2013 in Idle speech
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Kurzmitteilung  —  Veröffentlicht: Februar 11, 2013 in Idle speech
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Galerie  —  Veröffentlicht: Februar 11, 2013 in Idle speech
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